Sturmschäden – Was muss ich beachten

Hauseigentümer sind des Öfteren von Sturmschäden betroffen. Was dabei wichtig ist und wie sich Betroffene verhalten müssen, haben wir kurz einmal zusammengestellt. In den letzten Tagen kam es wieder zu massiven Sturmschäden. Bäume kippten um, Dachziegel fielen vom Dach und mehr. Der Blick wandert dabei nicht auf den Gesamtschaden, sondern auch den individuellen Schaden der Betroffenen.

Sturmschaden am Dach – Was nun?

Hausbesitzer müssen bei einem Sturmschaden schnell handeln. Egal, ob es sich dabei um einen entwurzelten Baum handelt oder ob sich Dachpfannen gelöst haben. Sobald der Sturm vorbei ist, sollten umherliegenden Sachen auf dem Gehweg und der Fahrbahn beseitigt werden. Aber Vorsicht: Aufräumarbeiten, die letztlich die Schadensfeststellung durch eine Versicherung erschweren können, sind zu vermeiden.

  • Schäden mit Film und Foto festhalten
  • Nach dem Sturm Geh- & Fahrbahnen räumen
  • Keine Aufräumarbeiten, die eine Schadensfeststellung erschweren!
  • Unverzüglich Meldung an die Versicherung

Zudem sollte vor den Arbeiten, alles über Foto und Film genau festgehalten werden. Die Schäden sind unverzüglich der Versicherung zu melden.

Wann zahlt die Versicherung

Die Versicherungen bezahlen bei Sturmschäden, die ab Windstärke 8 entstehen. Das bedeutet, das mehr als 61 km/h vorhanden sein mussten, damit Schäden bei der Versicherung geltend gemacht werden können.

  • Erst ab Windstärke 8
  • Ab 61 km/h

Wer sicher gehen will, kann beim Deutschen Wetterdienst nachfragen oder die Daten online einsehen.

Adresse: dwd.de

Handelt es sich um einen Tornado, werden diese Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt.

Unterschiedliche Versicherungen zuständig

Versicherungen machen es gerne kompliziert. So können bei Sturm und Gewitter gleich mehrere Versicherungen zuständig sein. Dabei kommt es darauf an, ob die Schäden am Gebäude selbst oder an dessen Einrichtungen entstanden sind!

Zuständigkeit Gebäudeversicherung:

Die Gebäudeversicherung ist immer dann zuständig, wenn

  • Schäden an der Immobilie
  • An Allem, was mit dem Objekt in fester Verbindung steht

entstanden sind.

Beispiele dafür sind:

  • Dach
  • Fenster
  • Decken
  • Wände
  • Feste Einbauten (Küche, Heizung)

Kommt es zu einem Folgeschaden, sind diese ebenfalls über die Gebäudeversicherung abgedeckt. Das könnte zum Beispiel dann der Fall sein. Wenn es herein regnet, weil das Dach abgedeckt wurde.

Zuständigkeit Hausratversicherung

Wenn jedoch Schäden an der Einrichtung vorhanden sind, ist die Hausratversicherung zuständig. Dabei kann es sich um Beschädigungen an Haushaltsgeräten oder beispielsweise Möbel handeln. Hier gilt allerdings zu beachten, das über die Hausratversicherung nur die eigenen Einrichtungen abgesichert sind. Kam es zu Schäden an Sachen Dritter (die beispielsweise in der betreffenden Wohnung lagerten) sind diese nicht über die Hausratversicherung abgesichert.

Schaden durch Umsturz eines Baumes

Ist ein Schaden am Haus durch einen umstürzenden morschen Baum entstanden, ist für die Schadensregulierung immer die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers zuständig.

Aber:
War der Baum nicht morsch, sondern gesund, gilt der Schaden als höhere Gewalt und der Baumbesitzer ist aus der Haftung entbunden.

Blitz, Hagel, Überschwemmung – Wer bezahlt?

Blitz, Hagel und Überschwemmungen sind typische Auswirkungen bei einem Gewitter. Kommt es zu einem Blitzeinschlag in das Haus, ist hier entweder die Gebäudeversicherung oder die Hausratversicherung den Schaden.

Auch entstandene Schäden durch Hagel sind versichert. Sind dabei Schäden an den Fenstern oder beispielsweise den Rollläden entstanden, ist dafür die Gebäudeversicherung zuständig. Regnet es hingegen durch das kaputte Fenster hinein, wodurch Einrichtungsgegenstände oder Elektrogeräte beschädigt werden, ist die Hausratversicherung zuständig.

Vorsicht bei Überschwemmung!

Kommt es durch Starkregen zu einer Überschwemmung im Keller oder im Haus generell, deckt das die Gebäudeversicherung oder die Hausratversicherung selbst nicht mehr ab. Hier werden nur Schäden durch Leitungswasser abgedeckt, nicht aber durch Hoch- oder Grundwasser.

Für Überschwemmungen durch Grund- oder Hochwasser muss zusätzlich ein Elementarschutz (Elementarschadenversicherung) bestehen, der zusätzlich als Option in der Gebäudeversicherung abgeschlossen werden kann. Ein solcher Zusatz ist allerdings nur bedingt möglich. Befindet sich die Immobilie in einem gefährdeten Gebiet, in denen Überschwemmungen häufiger vorkommen, wird ein Versicherungsschutz entweder nicht angeboten oder nur zu unwirtschaftlichen Konditionen.

Menschen verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt

Die obigen Versicherungsfälle beziehen sich nur auf das eigene Eigentum, nicht jedoch auf Personenschäden oder fremdes Eigentum. In diesem Fällen ist die Haftpflichtversicherung zuständig. Das deutsche Recht sieht dabei vor, dass ein Hauseigentümer grundsätzlich für alle Gefahren verantwortlich ist, die von seinem Grundstück ausgehen.

Kontrollpflicht unbedingt beachten

Besonders Vorsicht ist dabei geboten. So wird immer wieder die Verkehrssicherungspflicht verletzt, was dazu führen kann, das die Versicherung nicht oder nur teilweise bezahlt. Mögliche Beispiele sind hierbei morsche Bäume, die nicht entfernt oder gesichert wurden oder bereits beschädigte Dächer, an denen keine Sicherung vorgenommen wurde. Generell sollten Hauseigentümer deswegen Bäume und Dach, sowie andere Gefahrenquellen regelmäßig prüfen. Vermieter versuchen dabei die Kontrollen gerne auf den Mieter umzulegen. Allerdings kann das nur bedingt schützen.

Schäden am Auto

Bei Sturm und Hagel kommt es ebenfalls zu Schäden am Auto. Generell rät Heimlust daher, wenn ein Sturm oder ein anderes Unwetter angekündigt wird, den Wagen unbedingt in einer Garage oder einem öffentlichen Parkhaus unterzubringen. Für letzteres entstehen zwar Kosten, im Vergleich zu dem Ärger ohne, sind diese jedoch nicht erwähnenswert.

Wann zahlt die Kaskoversicherung?

Die Teilkaskoversicherung ist zuständig, wenn das Fahrzeug durch umgefallene Bäume oder durch einen umherfliegenden Gegenstand beschädigt wird. Allerdings muss es dabei unmittelbar durch den Sturm zu einem Schaden gekommen sein. Immer nur dann, wenn der Baum durch den Sturm entwurzelt wurde und auf das Auto gefallen ist.

Teilkasko:

  • Unmittelbare Schäden durch Sturm
  • Hagelschäden (Lack, Blech, Kunststoff)

Jedoch nicht, wenn der Fahrer in einen solchen hineingefahren ist oder beim Ausweichen einen Unfall verursachte! In diesem Fall ist die Vollkaskoversicherung zuständig.

Bei Hagelschäden ist immer die Teilkasko zuständig, auch wenn eine Vollkasko besteht.

Vollkasko:

  • Folgeschäden (z.B. fallendem Baum ausgewichen, Unfall)

Kaskoversicherung Schaden melden

Ein Hagel- oder Sturmschaden sollte immer sofort gemeldet werden. Auch das eigene fotografische Festhalten der Schäden ist sinnvoll. Wir raten auch zu Filmaufnahmen und Zeugen. Viele Versicherungen verlangen dann eine weitere Begutachtung in einer Werkstatt oder senden einen Gutachter.

Häufig kommt es zu langen Diskussionen. Dabei geht es vor allem um den Umfang der Reparaturen.

Wichtig:
Der Schaden sollte nicht vorschnell behoben werden!

Die Versicherung muss erst den Schadensfall feststellen. Bis dahin sollte der Schaden nicht repariert werden oder die Fläche verändert werden. Andernfalls kann die Kaskoversicherung den Schaden verweigern. Eine Behebung im Vorfeld ist nur dann möglich, wenn damit weitere Schäden verhindert werden. Dabei sind dann alle beschädigten Teile bis zum Abschluss aufzubewahren!

Verkehrssicherungspflicht immer beachten

Hausbesitzer sollten ihre Verkehrssicherungspflicht immer beachten. Das bedeutet, dass ein Hausbesitzer regelmäßig seine Immobilie und auch das Grundstück (Bäume, Bauten, etc.) auf die Verkehrssicherungspflicht prüfen muss. Dabei muss alles in einem sicheren Zustand sein. Wird das unterlassen, kann es später bei der Abwicklung mit der Versicherung zu Problemen kommen. Ein morscher Baum muss zum Beispiel umgehend gesichert werden.

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