Selbstständige mit Homeoffice

Die Zahl der Selbstständigen nimmt zu, die Zahl der Firmengründungen (KMU) hingegen ab. Auffallend ist dabei vor allem eine Sache. Die neuen Selbstständigen verzichten zumeist auf ein eigenes Büro und nutzen das Home-Office. Die Zeiten haben sich in vielerlei Hinsicht geändert. Früher gab es noch den direkten Kundenkontakt. Heute hingegen ist dieser selten geworden. Das Gespräch mit dem Kunden wird über Telefon, Mail und Webcam geführt. Ein direkter Kontakt ist nicht mehr notwendig. Dadurch ist auch ein repräsentatives Büro, wie wir das von früher kannten, nicht mehr erforderlich.

Kaum noch ein Selbstständiger kauft Büromaterialien oder Möbel noch vor Ort. Praktisch jeder, vom Gründer bis hin zur großen Firma kauft den gesamten Bürobedarf im Internet. Es ist einfach viel praktischer und fast immer auch deutlich günstiger als im Laden vor Ort. Besonders Büroutensilien sind in der Regel 10 – 30 Prozent günstiger als in einem stationären Laden. Der Einkauf über das Web macht also Sinn.

Selbstständige nutzen die Vorteile

Zugleich macht es das Finanzamt einfach. Das Home-Office ist auch für Selbstständige einfach von der Steuer absetzbar. Selbst der Raum kann abgesetzt werden, sofern es sich um einen geschlossenen Büroraum handelt, also nicht nur um eine reine Büro Ecke. Allerdings ist zu beachten, dass die Bürofläche nur zu maximal 10 Prozent privat genutzt werden darf. Auch Strom- und Gaskosten können so steuerlich zu einem prozentualen Anteil abgesetzt werden.

Aber Vorsicht, das Finanzamt prüft und lässt sich meistens eine Skizze der Räumlichkeiten mit samt den Möbeln übersenden.
Besonders viele Frauen nutzen diese Form der Selbstständigkeit. Sie können so Kindererziehung, Haushalt und das Geld verdienen unter einen Hut bekommen. Der Vermieter muss in der Regel nicht darüber informiert werden. Eine Ausnahme besteht aber immer dann, wenn Kundenbesuche stattfinden oder Gewerbe eröffnet werden, die den Hausfrieden stören können.

Alles von zu Hause

Die Investition ist besonders für Gründer vorteilshaft. Die Kosten halten sich in Grenzen, alles bleibt überschaubar. Vor allem das Risiko. Sprach man früher noch abwertend davon, dass ein Gewerbe in der Küche betrieben wird, ist das heute zur Gewohnheit geworden.
Der Einkauf von Büromaterialien kann dann gleich mit den Windeln erfolgen. So bleibt alles in einem Zeittakt und das Leben als Selbstständiger kann in solchen Fällen besonders einfach sein.

Disziplin

Vorsicht ist dennoch geboten. Wer sein Büro in der Wohnung oder im Haus hat, kann auf Dauer bequem und faul werden. Das Home Office funktioniert nur mit Disziplin. Leidet diese, überträgt sich das irgendwann auch auf die Arbeit.

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