Selbstständig im Glücksspielgewerbe

Immer mehr Menschen spielen und wollen ein eigenes Casino eröffnen oder ein anderes Glücksspielgewerbe. In Deutschland oder beispielhaft Österreich ist das jedoch nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Es wird eine Betriebserlaubnis, eine Konzession benötigt, darüber hinaus einiges an Geld für die zahlreichen Investitionen.
In Deutschland gibt es beispielshaft 18 staatlich konzessionierte Spielbanken. Die meisten der staatlichen Spielbanken verursachen horrende Verluste, da sie nur noch einen Eventcharakter haben und sich nicht gegen die Konkurrenz aus dem Internet wehren können. Dennoch gibt es in Deutschland fast 60 solcher staatlichen Spielbanken, die mit hohen Zuschüssen subventioniert werden. Der Bruttospielertrag liegt bei 560 Millionen jedes Jahr. 70 Prozent davon werden an den Automaten erzielt. Etwa 5,5 – 5,8 Millionen Menschen besuchen die Spielbanken jährlich. 60 Prozent der Bruttospielerträge sind direkt an den Fiskus abzuführen.

Konzession erhalten

Im Grunde raten wir Ihnen dazu, eine Konzession in Malta oder Gibraltar zu beantragen. Dort ist es wesentlich einfacher und sie bezahlen für eine Online-Präsenz weniger Steuern, als in Deutschland. Wer jedoch in Deutschland direkt eine Spielbank eröffnen will, braucht sehr viele Nerven. Denn zuständig ist das Spielbankgesetz, die sich von Bundesland zu Bundesland wieder unterscheiden kann. Das Ministerium des Inneren erteilt dabei die Erlaubnis. Wer also ähnliches, wie beim Hyperino Bonus anbieten muss, braucht einen verdammt langen Atem.

Bei einem solchen Vorhaben müssen alle Gesellschafter, Anteilseigner und Beteiligungen einer Gesellschaft offen gelegt werden. Die Eignung der Gesellschafter wird durch ein Führungszeugnis geprüft. Ebenso muss eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorliegen. Ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister, ein Sozialkonzept und weiteres. Alleine die Zusammenstellung dieser Unterlagen kann Monate dauern.

Was die Konzession ermöglicht

Die Konzession regelt die Art und Weise, wie Sie eine Spielbank betrieben dürfen. Darunter fallen auch die Höchstzahl der Tische und Automaten und ob ein Gastgewerbe damit verbunden werden darf.
Folgende Punkte werden dabei zusätzlich genau geregelt:
• Zulässige Spiele und Spielregeln
• Spielzeiten (Öffnungszeiten und Feiertage)
• Spielverbote (Minderjährige, Angestellte)
• Spielsperren (Hausverbote, Selbstsperre)
• Spieleinsätze
• Zutrittsberechtigungen und -verbote (Besucherkartei, Türüberwachung)
• Verbot technischer Hilfsmittel
• Videoüberwachung
• Kreditverbot
Das Mindestalter für die Besucher beträgt in der Regel 18 Jahre. Nur in Bayern liegt es bei 21 Jahre. Zusätzlich braucht es eine Aufsicht und Kontrolle, die durch das Ministerium des Inneren übernommen wird. Dabei erfolgen eine Betriebsüberwachung und ein Recht auf Auskunft jederzeit.

Die Rechtsform

Eine Spielbank kann natürlich nicht als Einzelunternehmen eröffnet werden. Die bevorzugte Rechtsform ist in der Regel die GmbH bzw. die GmbH & Co. KG.
Das Ambiente und Personal ist das Aushängeschild eines Casinos. Hier kommt es darauf an, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Auch die Sicherheit und Bewachung kann recht aufwendig und vor allem teuer werden. Doch benötigen Sie nicht nur professionell ausgebildete Croupiers, sondern eine ganze Reihe anderer Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen. Laut Gesetz dürfen Angestellte einer Spielbank nicht an Glücksspielen im Hause teilnehmen. Gesättigte und ausgeruhte Gäste fühlen sich wohl und bleiben länger zum Spielen. Ein Nebengewerbe in Form einer Bewirtung macht daher durchaus Sinn.
Am Ende kommt aber alles auf das Konzept an, das in Ruhe und mit Experten erstellt werden sollte.

 

Bild: Rainer Sturm

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