Ratgeber Einbruchschutz

Heimlust hat für Interessierte einmal einen kleinen Ratgeber zum Einbruchschutz zusammengestellt. In vielen europäischen Ländern, so auch Deutschland, nehmen Einbrüche wieder zu. Die Aufklärungsraten sind gering. Viele Polizeidienststellen immer noch unterbesetzt, was den Einbruchschutz nicht gerade einfacher macht.

Doch was ist wirklich wichtig und wo sollte der Ansatz beim eigenen Heim oder der Wohnung liegen. Diese Punkte haben wir einmal in dem Ratgeber Einbruchschutz zusammengefasst. Wer in Deutschland wohnt, kann sich für eine weitergehende Beratung übrigens direkt an die örtliche Polizeidienststelle werden. Dort stehen einige Beamte bereit, die gerne den Kunden am Objekt beraten und so wissenswerte Hilfen zum Einbruchschutz bieten können. Am sensibelsten sind Türen und Fenster. In vielen Fällen ist einfach möglich mit einem Schraubendreher in nur wenigen Sekunden ein Fenster oder die zu offen. Das Scheiben eingeschlagen werden, kommt heute kaum noch vor, da die Einfachverglasung schon längst der Vergangenheit angehört.

Worauf kommt es beim Einbruchschutz an?

Einen 100-Prozentigen Einbruchschutz gibt es nicht. Darum geht es auch nicht. Im Fokus steht die Abschreckungstaktik. Dabei soll es einem Einbrecher so schwer wie möglich gemacht werden. Je mehr Zeit er benötigt, desto höher das Risiko für ihn. In vielen Fällen wird der Einbruchsversuch dabei abgebrochen.

Abschreckungstaktik als Ansatz –

Das versteht sich unter der Abschreckungstaktik bei dem Einbruchschutz. Da uns für Deutschland die Zahlen vorliegen, nehmen wir das Land in diesem Fall gerne als Beispiel.

Alle 4 Minuten ein Einbruch
Alle 2 Minuten ein Versuch!

So kommt es dort alle 4 Minuten zu einem Einbruch und alle 2 Minuten zu einem Versuch. Der Versuch wird jedoch dann abgebrochen, da in vielen Fällen der Zugang zur Wohnung oder dem Haus nur erschwert, also wesentlich zeitaufwendiger, möglich ist.

Einbruchschutz – Die Finanzierung

Einbruchschutz ist nicht immer teuer. Je nach Aufrüstung und Maßnahmen kann so schon ein hoher drei- oder sogar vierstelliger Betrag zustande kommen. Nicht immer ist es möglich, die Rechnung bar zu bezahlen. In Deutschland gibt es für den Einbruchschutz einige Alternativen für die Finanzierung. So bieten einige Bundesländer bzw. Städte besondere Zuschüsse an.

Bis zu 2.500 Euro in Heidelberg für Mieter
Bis zu 25.000 Euro als Kredit in NRW

In Heidelberg gibt es einen Zuschuss bis zu 2.500 Euro für Mieter und Hauseigentümer. In dem Bundesland Nordrhein Westfalen günstige Darlehen bis zu 25.000 Euro. Auch in dem Bundesland Sachsen stehen spezielle Förderdarlehen für den Einbruchschutz zur Verfügung.

KfW Bank hilft beim Einbruchschutz

Weitere Angebote sind bei der KfW Bank zu finden. Diese können entweder als Zuschuss bei der KfW Bank direkt beantragt werden oder als günstigen Kredit (bis zu 50.000 Euro) über die Hausbank.

  • KfW Zuschuss bis zu 1.500 Euro
  • Antrag muss vor Kauf gestellt werden

Bei dem Zuschuss über die KfW Bank können zwischen 50 – 1.500 Euro beantragt werden. Der Zuschuss gilt sowohl für das Material als auch für die Handwerkerleistung. Der Antrag muss dabei vor der Anschaffung gestellt und über einen Fachbetrieb ausgeführt werden.

Hier kann der Antrag gestellt werden:
kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Zuschussportal

Ein vergünstigter KfW Kredit kann direkt bei der Hausbank beantragt werden.

Neben den obigen Möglichkeiten, besteht natürlich immer auch die Möglichkeit, einen normalem Bankkredit für die Finanzierung beim Einbruchschutz in Anspruch zu nehmen.

Wichtiger Hinweis beim Einbruchschutz

Wenn Sie Nachrüstungen vornehmen, egal welcher Art, sollten diese immer durch einen Fachbetrieb vorgenommen oder abgenommen werden. Das ist wichtig, für den Fall das es doch einmal zu einem Einbruch kommen sollte und die Versicherung weitere Nachweise über den Einbruchschutz wünscht.

Einbruchschutz Eingangstüren

Die Eingangstür steht im direkten Blickpunkt. Sofern diese mit einem festen Türrahmen und Mauerwerk verbunden ist, empfehlen wir einen Panzerriegel. Den gibt es auch für Doppeltüren. Dieser Metallriegel wird von Ihnen quer über die Tür mit dem Mauerwerk verbunden und von außen über ein Panzerschloss geöffnet. Auch der Panzerriegel ist beim Einbruchschutz nicht unüberwindbar, bedeutet jedoch einen weiteren, hohen Zeitaufwand.

Sofern kein Panzerriegel als Einbruchschutz angebracht werden kann (wenn das Mauerwerk keine ausreichende Befestigung bietet, etc.), gibt es aber weitere Tür-Zusatzschlösser, die problemlos angebracht werden können und so dem Einbrecher das Geschäft erschweren. Denkbar sind hier auch Zusatzschlösser mit Sperrbügel.

  • Panzerriegel
  • Zusatzschlösser
  • Neuer Schließzylinder
  • Schutzbeschläge

Ganz wichtig ist natürlich auch ein Sicherheitsschloss. Wenn Sie in eine Mietwohnung neu einziehen, sollten Sie das Schloss immer sofort austauschen. Es ist nie bekannt, wie viele Schlüssel der Vormieter hatte. Dazu können Sicherheitsschließbleche, Schutzbeschläge und ein Ziehschutz kombiniert werden.

Um eine Tür vor dem Aufhebeln zu schützen, bieten sich Seitensicherungen für die Scharniere an.

Einbruchschutz Fenster und Terrassentüren

Neben der Haustür, sind die sensiblen Bereiche bei den Fenstern und Terrassentüren zu finden. Fenster können dabei zur besseren Sicherung mit Pilzkopfzapfen Beschläge nachgerüstet werden. Einbruchhemmendes Glas der Klasse P4A wird empfohlen. Jedes von außen erreichbare Fenster (EG, HG oder 1. Geschoss), sollte zusätzlich mit einem abschließbaren Fenstergriff versehen werden.

  • Beschläge Pilzkopfzapfen
  • Einbruchhemmendes Glas
  • Abschließbare Fenstergriffe

Sofern die Fenster nicht ausgetauscht werden sollen, gibt es andere Hilfsmittel zur Nachrüstung für den Einbruchschutz. Hier werden zum Beispiel die sogenannten Aufschraubsicherungen empfohlen und die oben bereits genannten Fenstergriffe, die abschließbar sind.

  • Oder nur Nachrüstung:
  • Abschließbare Fenstergriffe
  • Fensterfolien (einbruchhemmend)
  • Getriebeanbohrschutz
  • Gesicherte Glashalteleisten
  • Teleskopstange

Interessant sind auch spezielle Fensterfolien, die einfach auf die Glasfläche aufgebracht werden und so einbruchhemmend sind. Kombiniert werden kann das mit einem Getriebeanbohrschutz.

Teleskopsicherungen für Fenster

Eine einfache Lösung bei der Nachrüstung sind Teleskopstangen mit einem Fenster Zusatzschloss. So können Fenster nicht nach innen gedrückt werden. Die Befestigung erfolgt an der Mauerlaibung und kann ohne Bohren erfolgen! Die Stange kann jederzeit wieder entfernt werden.

Einbruchschutz Keller

Der Keller steht häufig im Fokus. Hier ist der Zugang für Einbrecher in der Regel recht einfach. Wir empfehlen in unserem Ratgeber Einbruchschutz daher eine recht einfache Maßnahme. Handelt es sich bei dem Keller um einen geschlossenen Raum, kann einfach ein Bewegungsmelder mit Alarmsignal angebracht werden.

Je nach Kellertür und –Raum kann auch hier ein Panzerschloss angebracht werden. Alternativ eignen sich aber auch Scharniersicherungen. Wichtiger Fokus ist auch das Kellerfenster. Bei einem Keller (zugehörig zu einer Mietwohnung) kann ein Fenster nach Außen zum Beispiel mit einer Gittervorrichtung von Innen abgesichert werden.

Auch an das Fahrrad denken

Wie sicher ist es, das eigene Fahrrad im Keller abzustellen? In vielen Großstädten gilt das heute als sehr unsicher. Wer sein Rad im Keller abstellt, sollte es dort immer noch einmal irgendwo sicherheitshalber für den Einbruchschutz anschließen. Selbst dann, wenn es in dem eigenen, verschlossenen Kellerraum steht. Dafür kann zum Beispiel ein fester Haken an der Wand montiert werden, damit das Fahrrad im Keller sicherer ist.

Tipps für den Urlaub

Kurz vor der Abfahrt sollte an den Einbruchschutz gedacht werden. Informieren Sie einen guten Nachbarn, dass dieser Wachsam ist. Denken Sie an die Post, irgendjemand sollte den Briefkasten entleeren. Sinnvoll kann es auch sein, den Fußabtreter über die Urlaubstage in die Wohnung zu legen. Wird das Treppenhausgereinigt, wird die Matte meistens gegen die Tür gelehnt. Bleibt diese nun mehrere Tage so liegen, ist das für Fremde ein sicheres Zeichen, dass jemand im Urlaub sein könnte!

Licht im Urlaub einschalten

Schalten Sie das Licht am Abend an. Das geht entweder über eine einfache Zeitschaltuhr oder über die Umstellung auf Smarte Technik, womit das Licht nach Belieben über das Smartphone aus aller Welt ein- und ausgeschaltet werden kann.

Wenn es dann doch passiert – Die Versicherung

Zum Einbruchschutz gehört es auch, alles immer für die Versicherung zu dokumentieren. Dabei sollte der gesamte Hausrat mit einem Foto in jedem Raum festgehalten werden. Achten Sie darauf, dass ein Datum auf den Fotos erkennbar ist. Wertgegenstände sollten ebenfalls genau bildlich festgehalten werden (am besten mit einem sicheren Aufbewahrungsort fotografieren). Wer Rechnungen für alle Einkäufe (Kleidung, Möbel, Elektro, Wertgegenstände, etc.) aufbewahrt und diese zum Beispiel mit den Bildern auf einem Online-Speicher sicher hinterlegt, hat so bei Nachfragen immer alles griffbereit für die Versicherung!

Vielleicht auch interessant ...