Eigenleistung beim Hausbau

Immer öfters kommt es zu Eigenleistungen beim Hausbau. Das hat viele Ursachen. Auf der einen Seite möchten die Bauherren Geld sparen, auf der anderen Seite ist das sogar oft eine Notwendigkeit. So sind zwar die Zinsen für Baukredite immer noch im Keller, dafür steigen die Immobilienpreise aber weiter. Wer heute bauen möchte, muss also immer mehr Geld mitbringen. Auch für die Nebenkosten. So planen viele Bundesländer bereits, die Grunderwerbssteuer weiter zu erhöhen. Das Thema Eigenleistung beim Hausbau wird damit weiter ein wichtiges Thema bleiben. Gerne spricht man dabei auch von der sogenannten Muskelhypothek. Realistisch lassen sich ein paar Tausend Euro sparen. Im Schnitt um die 10.000 – 25.000 Euro. In Einzelfällen sogar bis zu 40.000 Euro. Aber das alles hat seinen Preis. Was bei der Eigenleistung beachtet werden sollte haben wir einmal kurz zusammengefasst.

Eigenleistung wahre Muskelhypothek

Ein Handwerker ist versiert in seinem Ablauf und kennt die Vorgänge beim Bau aus dem tagtäglichen Ablauf. Ein Bauherr, der nun Eigenleistungen erbringen will, muss für die Ausführung zeitlich das 2 – 4fache vom Handwerker berechnen. Hier liegt auch schon der größte Knackpunkt bei der Eigenleistung. Sie bedeutet viel Zeit. Viele Bauherren kommen so auf 500 – 1.200 Stunden, die Sie für die Muskelhypothek aufgebracht haben. Das kann zwar viel Geld sparen, schränkt aber die Freizeit und die gemeinsame Zeit mit der Partnerin und den Kindern praktisch auf 0 ein. Das wirkt sich also deutlich auf Partnerschaften aus. Schnell kann die Motivation sinken. Viele verschätzen sich bei der Eigenleistung deutlich. Am Ende kommt es zu erheblich längeren Zeiten, die weitere Kosten verursachen. Der Auszug aus der Mietwohnung muss verschoben werden usw. sind dabei die üblichen Probleme.

Schwierig wird es dann, wenn die Eigenleistungen schon in der Bauphase erbracht werden. In diesem Fall wirken sich Zeitverschiebungen auch auf die Arbeiten der Bauhandwerker aus, die unter Umständen nur verspätet beginnen können. Das ist ärgerlich, wird aber eben auch sehr teuer.

Eigenleistung – Einschätzung überdenken

Wer noch nie gebaut hat, überschätzt sich mit der Eigenleistung beim Hausbau fast immer. Sinnvoll ist das Gespräch mit anderen, die das bereits durchhaben. So können sich Betroffene gegenseitig austauschen und der neue Bauherr bekommt ein Gefühl für den Zeitumfang. Im Netz sind dazu spezielle Foren zu finden, wo sich auch Bauherrn treffen, die sich über die Eigenleistungen unterhalten. Aber auch Sachverständige können weiterhelfen. Diese kennen die Risiken bei der Eigenleistung und können so realistisch weiterhelfen, dass es zu keiner Selbstüberschätzung kommt.

Oft ist die beste Empfehlung, Eigenleistungen beim Hausbau erst dann auszuführen, wenn das Haus bereits erstellt wurde. Damit liegt der Fokus auf Boden verlegen, Wände verputzen und streichen. Oder auch bei der Gartenanlage.

Im Schnitt gehen Experten davon aus, dass sich bei einem 130 qm großen Einfamilienhaus mit Eigenleistungen bis zu 25.000 Euro einsparen lassen können. Um die 850 Arbeitsstunden sind dafür notwendig. Rechnet man nun die Bauzeit auf ein Jahr, bedeutet das einen wöchentlichen Zeitumfang von 22 Stunden!

Welche Arbeiten vom Handwerker auszuführen sind

Generell gilt, das alle Elektro- und Sanitärarbeiten durch einen versierten Handwerker ausgeführt werden sollten, also nicht über Eigenleistung erbracht werden können. Dazu gehört auch die Heizungsinstallation.

Weitere Helfer bei Eigenleistung

Wenn Sie zusätzliche Helfer bei Ihrer Eigenleistung haben (z.B. Verwandte und Bekannte oder Freunde), denken Sie immer daran, dass Sie für deren Sicherheit verantwortlich sind. Sinnvoll ist daher eine Absicherung für die Helfer vorher abzuschließen.

Mit Muskelhypothek Finanzierung senken

Die Banken bewerten die Eigenleistung als Eigenkapital. Viele Bauherren, die auf Muskelhypothek setzen, haben dadurch sogar die Möglichkeit, die Zinskonditionen zu senken. Allerdings kennen die meisten Banken auch das damit zusammenhängende Risiko. Oft ist die Planung bei der Muskelhypothek unrealistisch oder gesundheitliche Gründe kommen dazwischen. Deshalb fordern die Kreditinstitute mittlerweile ein sehr genaue und detaillierte Auflistung aller durchzuführenden Leistungen und die damit zusammenhängenden Materialkosten. Teilweise wird der Bauherr auch sehr direkt gefragt, ob bereits Erfahrungen bestehen.

Bildquellenangabe: Rainer Sturm / pixelio.de

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