Kostenvoranschlag

Wer einen Handwerker beauftragen will, für den spielt auch der Kostenvoranschlag eine wichtige Rolle. Generell gilt hierbei für den Kunden, dass er den Kostenvoranschlag eines Handwerkers nicht bezahlen muss. Maßgabe dafür ist § 632, Abs. 3 BGB. Einen Anspruch auf eine Vergütung hat der Handwerker immer nur dann, wenn das mit dem Kunden individuell über einen Vertrag vereinbart wurde. Bei dem Kostenvoranschlag spricht der Gesetzgeber übrigens immer von dem Kostenanschlag.

Kostenvoranschlag muss nicht bezahlt werden!

AGB Verweis reicht nicht aus
Manche Handwerker versuchen das clever zu umgehen, in dem der Kostenanschlag als kostenpflichtig in den eigenen AGB benannt wird. Rechtens ist das aber nicht! Damit ein Kostenvoranschlag kostenpflichtig wird, muss der Kunde dieses über einen gesonderten Vertrag bestätigen! Die AGB als solches reicht nicht aus!

Wenn der Kostenvoranschlag überschritten wird

Das passiert häufig. Fast immer wird der Kostenanschlag überschritten. Die Handwerker wissen, dass der Kunden mehrere Voranschläge für die Handwerkerleistungen einholt. Aus diesem Grunde kalkulieren die meisten Betriebe sehr günstig. Der Endrechnungsbetrag fällt später wesentlich höher aus. Doch darf der Handwerker das überhaupt und gibt es einen Ermessensspielraum?

Generell ist der Handwerker dazu verpflichtet, den Kunden im Voraus zu informieren, falls der Kostenvoranschlag wesentlich überschritten wird. Höhere Kosten von 5 – 20 Prozent gelten noch als unwesentlich. Darüber hinaus hingegen muss der Handwerker den Kunden sobald wie möglich in Kenntnis setzen.

Tipp von Heimlust:
Rechnen Sie auf dem vorliegen Kostenanschlag immer 15 – 20 Prozent drauf, dann haben Sie meistens die tatsächliche Rechnungssumme, die am Ende zu zahlen ist.

Bei einer wesentlichen Überschreitung

Überschreitet der Handwerker den Kostenvoranschlag wesentlich, kann der Kunde den geschlossenen Werksvertrag außerordentlich kündigen. In diesem Fall muss der Kunde nur die bereits erbrachten Handwerkerleistungen bezahlen. Erfolgt von dem Kunden keine Kündigung, ist auch die wesentliche Überschreitung letztlich bei der Rechnung zu bezahlen.

Informiert der Handwerker den Kunden nicht frühzeitig über die Überschreitung, so ist der Handwerker schadensersatzpflichtig.